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		<title>Das Ende ist nah</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 15:08:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie und Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ehrwürdige römisch-katholische Kirche steht im Licht des öffentlichen Interesses. Leider nicht so, wie man sich das dort gedacht hätte. Stattdessen wird ihr – mal wieder – die Maske der betulichen Menschenfreundlichkeit heruntergerissen, und hervor scheint die Fratze menschlicher Abgründe. Fast möchte man wieder die Mär von der Fehlbarkeit des Einzelnen hervorkramen, aber nein: Flächendeckend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die ehrwürdige römisch-katholische Kirche steht im Licht des öffentlichen Interesses. Leider nicht so, wie man sich das dort gedacht hätte. Stattdessen wird ihr – mal wieder – die Maske der betulichen Menschenfreundlichkeit heruntergerissen, und hervor scheint die Fratze menschlicher Abgründe. Fast möchte man wieder die Mär von der Fehlbarkeit des Einzelnen hervorkramen, aber nein: Flächendeckend und systematisch haben sich katholische Würdenträger an kleinen Kindern, vor allem Jungen, vergangen. Über so lange Zeit und hinweg über organisatorische Grenzen erstreckt sich der Missbrauchsskandal, dass man gar nicht anders mehr denken kann als: Die Ursache dieses Verhängnisses liegt nicht im Menschlichen, sondern im Wesen der Kirche selbst begründet. Ihr Selbstverständnis und ihre Regeln haben hundert-, vielleicht tausendfachen Kindesmissbrauch erst ermöglicht.</p>
<p>Diese Epoche, die Menschen- und Kinderrechte wie kein Zeitalter zuvor in den Diskurs gebracht hat, zeigt abermals eine der wichtigsten gesellschaftlichen Kräfte massiv im Abseits. Und das ist in der römisch-katholischen Kirche gute Tradition. Als im Frühmittelalter die Wissenschaften aufstrebten, berief sich die mächtige Kirche auf ihr Dogma und ließ die Aufklärer hinrichten. Später behinderte sie die Entwicklung einer rationalen Gesellschaft durch absurde Hexenprozesse, denen selbst Kinder zum Opfer fielen. Stets stand die Kirche auf der Seite der Mächtigen und diente sich ihnen als Instrument für Verfolgung und Unterdrückung an, bis hin zum Holocaust, gegen den sich die römische Kurie  nicht zu einer klaren Ablehnung durchringen konnte. Man sieht: Durch alle Jahrhunderte ihrer Existenz hat die Kirche stets gesellschaftlichen Fortschritt zu verhindert gesucht, sich mit Unterdrückern und Rückständigen gemein gemacht und war selbst nie in der Lage, sich ihrer eigenen Vergangenheit kritisch zu stellen. Insofern ist der aktuelle Skandal nur die folgerichtige Fortsetzung katholischer Untaten.</p>
<p>Abermals hat die Kirche es verpasst, das Mensch-Sein ihrer eigenen Priester anzuerkennen. Sie zwingt ihnen die Verleugnung ihrer eigenen Natur auf, weil angeblich das allein zur wahren Gottesliebe führe. Kein noch so geringer Zweifel rührt sich, ob Gott dies alles so gewollt haben könnte, denn es geschieht ja, und bis heute hat sich die würdige Instanz des Glaubens erhalten. Jahrhunderte von Verfolgung, Demütigung, Entrechtung, Mord, Vertreibung, Quälerei, Missachtung und Missbrauch ließen niemals die Sorge keimen, ob man auf dem richtigen Weg sei. In gewisser Weise ringt mir diese Konsequenz Bewunderung ab.</p>
<p>Nun wird die Frage diskutiert: Ist das Ehelosigkeitsgebot für katholische Priester noch zeitgemäß, vielleicht sogar mit schuld am Desaster? Aber nein, tönt es unisono aus dem Vatikan und den deutschen Bistümern. Natürlich müsse man mit aller Entschiedenheit aufklären und entschädigen, aber wohin das für die Betroffenen führt, scheint sich keiner zu fragen. Sollen die Priester bei ihren ehemaligen Zöglingen um Entschuldigung bitten für deren Missbrauch? Soll die Kirche sich entschuldigen, dass sie Kinderschänder jahrzehntelang protegiert hat? Soll eine Richtungsdiskussion stattfinden, welchen Weg die Mutter Kirche gehen soll? In meinen Augen kann es nur eine Lösung geben: Zieht endlich einen Schlussstrich unter Jahrhunderte des Elends, und wickelt diesen Laden ab. Für nichts ist er mehr gut, was sich nicht weltlich organisieren ließe. Alle Aufgaben, die die Kirche in ihrer Geschichte wahrgenommen hat, sind an andere Träger delegiert worden: Die Errichtung und Leitung von Staatsgebilden übernehmen Regierungen, die Mächtigen werden durch Wahlen bestimmt, die Ausbildung erfolgt in der Schule, die Sorge für Arme und Benachteiligte haben Sozialbehörden und Vereine. Allein das Seelenheil verkündet die Kirche im Monopol, doch das Fernsehen steht schon bereit, das Erbe anzutreten.</p>
<p>Ihr letztes Stückchen Daseinsrechtfertigung hat die Kirche mit dem jüngsten Skandal verspielt. Vielleicht gibts ja wirklich ein Leben nach dem Tod. Ich fürchte nur, im Jenseits wird sich die Begeisterung in Grenzen halten – dort, wo die Opfer warten.</p>
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		<title>Neue Aufgaben</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Aug 2009 14:25:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[große weite Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder so weit: Das Schicksal klopft an meine Tür und hält neue Aufgaben für mich parat. Wie aktuell den Medien zu entnehmen ist, wurde der Waffenhändler (&#8220;Waffenlobbyist&#8221;) Karlheinz Schreiber nach Deutschland ausgeliefert und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Da wundere ich mich: Kann man einfach so auf seinen Waffenhändler Nummer 1 verzichten? Wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder so weit: Das Schicksal klopft an meine Tür und hält neue Aufgaben für mich parat. Wie aktuell den Medien zu entnehmen ist, wurde der Waffenhändler (&#8220;Waffenlobbyist&#8221;) Karlheinz Schreiber nach Deutschland ausgeliefert und sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Da wundere ich mich: Kann man einfach so auf seinen Waffenhändler Nummer 1 verzichten? Wer soll nun deutsches Kriegsgerät weltweit an den Diktator bringen? Womit sollen denn die afrikanische Zivilbevölkerung hingemeuchelt, manche asiatische Widerstandsbewegung niedergerungen, dieser und jener Konflikt befeuert werden? Die Personaldecke in der Waffenhändler-Branche ist dünn, es muss Ersatz für Schreiber gefunden werden. Jetzt. Sofort. Ich bin bereit.<span id="more-83"></span></p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, verehrte Damen und Herren,</p>
<p>wie ich den Medien entnehme, ist aktuell die Position eines Waffenhändlers vakant. Ich nehme dies zum Anlass, mich auf diese Stelle zu bewerben.</p>
<p>Persönlich fühle ich mich sowohl berufen als auch befähigt, diese ehrenvolle Aufgabe zu erfüllen und wünsche mir die Möglichkeit, meine Fähigkeiten ganz dem Waffenhandel zu widmen. Über die erforderlichen Qualifikationen verfüge ich und erlaube mir, kurz einige Eckdaten anzusprechen, die Sie gewiss von meiner Eignung für diese Stelle überzeugen werden.</p>
<p>Bereits im Kindesalter war ich von eisernem Gerechtigkeitswillen getrieben und setzte mich vehement für die Verteidigung der Freiheit ein. Es leuchtete mir unmittelbar ein, dass allein großzügige Bewaffnung diese beiden Ziele zu erlangen geeignet war. Ich fertigte hölzerne Hieb-, Stich- und Wurfwaffen an und rüstete auch meine Freunde damit aus. Es ist wohl diesem strategischen Streben zu danken, dass uns ernsthafte Auseinandersetzungen erspart geblieben sind.</p>
<p>Als sich später, im Jugendalter, mein Blick auf die realen Gegebenheiten der Weltpolitik richtete, sah ich, dass auch im globalen Maßstab langfristige Sicherheit nur duch Waffen zu erreichen war. Sie ermöglichten es, Feinde zu bekämpfen und abzuschrecken und gewährleisten so erst ein friedliches Gedeihen und Erblühen nationalen und individuellen Daseins. Kurzzeitige Irritationen durch pazifistisches Gedankengut konnte ich rasch überwinden und distanziere mich heute aufs schärfste von diesen Fehleinschätzungen.</p>
<p>Mittlerweile habe ich das Alter von 36 Jahren erreicht und einen differenzierten Blick auf internationale Konflikte, Machtverhältnisse und Kräftegleichgewichte gewonnen. Allgegenwärtig ist die Bedrohnung der Freiheit durch Schurkenstaaten sowie Machthaber mit menschenverachtenden und feindseligen Ansichten. Einerseits sehe ich die Notwendigkeit, unsere friedliche Gesellschaft vor diesen Kräften zu schützen und auch unsere Verbündeten vor ihnen zu bewahren. Andererseits soll von unserem Schutz auch keine Bedrohung ausgehen, und so ist die Stabilisierung der Mächtebalance dringend geboten. Alle Parteien müssen über Möglichkeiten des Selbstschutzes und auch des vorbeugenden Agierens verfügen.</p>
<p>In diesem Spannungsfeld sehe ich meine Aufgabe als Waffenhändler: Globale Verhältnisse zu verstehen und stabilisieren zu helfen. Dabei sollten nationale Interessen, insbesondere unserer Wirtschaft, im internationalen Maßstab zur Geltung gebracht werden.</p>
<p>Angesichts der gegenwärtigen Wirtschaftskrise und dem Aufflammen extremistischer Ideologien sehe ich im Waffenhandel die Chance, zu einem gedeihlichen und friedlichen Miteinander beitragen zu können. Dieser Aufgabe möchte ich mich widmen und so Politik und Wirtschaft mit meiner persönlichen Note versehen.</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn Sie meiner Bewerbung wohlgesonnen gegenüber stehen und sehe Ihrer diesbezüglichen Antwort mit Freude entgegen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen</p></blockquote>
<p>Ich erwarte in diesen Stunden die positive Antwort unserer Regierung. Meine Leser halte ich natürlich auf dem Laufenden.</p>
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		<title>Verklärung und Erinnerung</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/07/verklarung-und-erinnerung/</link>
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		<pubDate>Thu, 09 Jul 2009 22:06:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben in der Zone]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Verklärung der unterlegenen DDR wird so lange halten wie die peinliche, demütigende und unangebrachte Siegerpose des Westens. Ich war zur Wende 17, und praktisch alles, was ich seit 1989 getan habe, hätte ich nicht in der DDR tun können. Ich bin dankbar und froh darüber, wie alles gekommen ist. Der Sieg des Westens über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Verklärung der unterlegenen DDR wird so lange halten wie die peinliche, demütigende und unangebrachte Siegerpose des Westens.</p>
<p>Ich war zur Wende 17, und praktisch alles, was ich seit 1989 getan habe, hätte ich nicht in der DDR tun können. Ich bin dankbar und froh darüber, wie alles gekommen ist. Der Sieg des Westens über die DDR war ein Sieg der Wirtschaft. Trotzdem ist das Wirtschaftssystem des Westens nicht unfehlbar, die aktuelle Krise zeigt es. Deshalb wäre es gut, über mehr Menschlichkeit nachzudenken. Menschlichkeit, die in der DDR erlebbar war, so oft man auch die Menschenverachtung der Diktatur herauszustellen versucht.<span id="more-79"></span></p>
<p>Die Befindlichkeiten der DDR-Bürger müssen endlich abseits des Täter-Opfer-Schemas gesehen werden. War auch das öffentliche Leben von Ideologie und Repression durchsetzt, so gab es doch ein anderes, ein inneres Erleben. Die politische Elite war längst zur Fratze erstarrt, die ewig gleichen Mumienkonvois zu Jahrestagen haben doch keinen ernsthaft interessiert. Alles Säbelrasseln und Salbadern war Phrase, war inhaltsleer und irrelevant. Es war eben das Hintergrundrauschen. (Im übrigen: Der Westen hat auch sein Hintergrundrauschen &#8211; es ist die Legende davon, dass jeder seines Glückes Schmied ist und die Glückseligkeit in einer gutbürgerlichen Idylle mit Häuschen und Garten zu finden ist.)</p>
<p>Ich will gar nicht bestreiten, dass Menschen ins Gefängnis kamen, dass die Freiheit eingeschränkt war, dass Ungerechtigkeit und fehlende Chancengleichheit individuelle Existenzen beeinträchtigten. Es gab enge, unangenehm enge Grenzsetzungen, innerhalb derer es sich aber durchaus leben ließ. Es war nicht recht, dass man nicht reisen konnte oder ein Unternehmen gründen oder Glaubensfreiheit fordern. Aber der Staat schwang nicht zu jeder Sekunde das Henkersbeil über unseren Köpfen, im Gegenteil. Wir wussen, wie weit man gehen kann, und wo Vorsicht angebracht ist.</p>
<p>In diesem Sinne, dass geistige Freiheit in kleinen Häppchen, heimlich und privat errungen werden muss, in diesem Sinne waren wir eins. Wir wollten nicht die Mauer und nicht die Armee und auch nicht die Stasi, und wir haben uns lustig darüber gemacht. Das hätte uns zum Verhängnis werden können, aber die Dummheit der Feinde und die eigene Vorsicht haben uns davor bewahrt &#8211; und zusammengeschweißt. Alle Engpässe der Versorgung, alle Unzulänglichkeiten des Alltags wurden gemeinsam ertragen und mit vereinten Kräften, so gut es eben ging, ausgeglichen. Da liegt es doch auf der Hand, dass man zusammenrückt und einander mehr Aufmerksamkeit schenkt.</p>
<p>Die Überflussgesellschaft hat diese Tugenden entwertet. Die DDR gut überstanden zu haben gilt nicht als Lebensleistung. Dazu kommt für viele noch die Demütigung, nun nicht mehr gebraucht zu werden und nicht in dem Maße am Wohlstand teilhaben zu können, wie es jahrzehntelange Mühen rechtfertigen würden. Schade nur, auf der falschen Seite gelebt zu haben.</p>
<p>Damit werden die Älteren sicher nicht so gut fertig. Ihre Besinnung auf eine mühevolle, aber menschliche Zeit möge ihnen nicht als Verklärung ausgelegt werden. Die Jüngeren erleben die neuen Demütigungen auf ihre Weise und schließen sich, wütend wegen ihrer unverschuldeten Chancenlosigkeit, einer Ideologie der Stärke an. Wundert man sich über die Rechtslastigkeit Ostdeutschlands?</p>
<p>Auch für den Westen kommt die Wende, die Zeit des Umdenkens, der Richtungswechsel. Dann wird sich zeigen, wie gut man dort mit Entwertung und Unterlegenheit zurecht kommt, in den idyllischen Häuschen mit Garten.</p>
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		<title>Kriegsfuß oder Kriegspfad?</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/03/kriegsfuss-oder-kriegspfad/</link>
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		<pubDate>Wed, 25 Mar 2009 16:14:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[kleine und große Gauner]]></category>

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		<description><![CDATA[Demokratie ist unter allen Herrschaftsformen die gerechteste, schönste, beste. Die Erhabenheit demokratischer Institutionen leuchtet den Weg des nationalen Friedens, ja des individuellen Glücks aus. Demokratische Grundrechte sind der Boden, auf dem unsere Gesellschaft wächst und gedeiht. Das hört sich schwer nach Marketing-Getöse an und ist es auch. Die Wirklichkeit ist um einiges bitterer. Nehmen wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Demokratie ist unter allen Herrschaftsformen die gerechteste, schönste, beste. Die Erhabenheit demokratischer Institutionen leuchtet den Weg des nationalen Friedens, ja des individuellen Glücks aus. Demokratische Grundrechte sind der Boden, auf dem unsere Gesellschaft wächst und gedeiht. Das hört sich schwer nach Marketing-Getöse an und ist es auch. Die Wirklichkeit ist um einiges bitterer.<span id="more-72"></span></p>
<p>Nehmen wir nur mal des Recht zur freien Meinungsäußerung. <a href="http://bundesrecht.juris.de/gg/art_5.html">Artikel 5 des Grundgesetzes </a>erlaubt sie in Wort, Schrift und Bild, und setzt hinzu: <em>&#8220;Eine Zensur findet nicht statt.&#8221; </em>Allerdings können andere Gesetze, insbesondere zum Schutz der Jugend, diese Freiheit einschränken. Genau dies <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,615378,00.html">betreibt</a> die Bundesregierung gerade mit der gesetzlichen Sperre von kinderpornographischen Angeboten im Internet. Peinlich genau erörtert ein erstes Eckpunkte-Papier, dass ausschließlich KiPo-Seiten blockiert werden sollen und keine Ausweitung auf andere Zwecke <em>&#8220;beabsichtigt&#8221;</em> ist.</p>
<p>Dabei zeigt die Einführung solcher Sperren in anderen Ländern, dass immer auch andere, legale Seiten blockiert werden. In Deutschland wird so etwas nicht passieren, natürlich. Weil eine <em>&#8220;staatliche Stelle&#8221;</em> die Liste verantworte und sicherstelle, dass <em>&#8220;keine legalen Angebote auf die Liste gelangen&#8221;</em>. Vom &#8220;overblocking&#8221; wüsste man freilich nichts, wenn mancher nicht sein Recht zur freien Meinungsäußerung wörtlich nähme und die &#8211; eigentlich geheimen &#8211; Sperrlisten veröffentlicht würden. Gängige Quelle für &#8220;durchgesickerte Informationen&#8221; ist die Website <a href="http://wikileaks.de">wikileaks.de</a>. Der Inhaber der Domain, der weder die Inhalte zu verantworten hat noch operativ in Wikileaks involviert ist, wurde nun Opfer gänzlich undemokratischer Behördenwillkür.</p>
<p>Die Staatsanwaltschaft Dresden hatte eine Durchsuchung von 2 Wohnungen angeordnet, um Beweise sicherzustellen, die die Verbreitung pornographischer Schriften belegen. Das zeigt mal wieder, wie vertraut der deutsche Staat mit neuen Medien ist. Wer eine Sperrliste zeigt, bringt noch lange keine illegalen Inhalte in Umlauf, sondern eben nur die Liste. Die freie Meinungsäußerung deckt das. Man muss sich fragen, ob der Staat mit der Technik einfach nur auf Kriegsfuß steht, oder ob er schon den Kriegspfad beschritten hat, um in Zeiten aufkommenden zivilen Ungehorsams vorbeugend mit dem Säbel zu rasseln. Wenn ich mir es recht überlege, klingt das zweite irgendwie wahrscheinlicher.</p>
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		<title>Fundamentalistische Seelenfängerei I</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/02/fundamentalistische-seelenfangerei-i/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 12:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie und Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Der aufgeklärte Mensch der Neuzeit hat ein geordnetes Verhältnis zur Realität. Mit den Widersprüchen zwischen Wissenschaft und Religion kann er umgehen, ohne endgültige Antworten finden zu müssen. Er versteht widersprechende Welterklärungsmodelle aus ihrer Geschichte heraus und schätzt die Meinungs- und Glaubensfreiheit als ein teuer erkämpftes Gut, als Kern der persönlichen Freiheit. Er billigt das individuelle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der aufgeklärte Mensch der Neuzeit hat ein geordnetes Verhältnis zur Realität. Mit den Widersprüchen zwischen Wissenschaft und Religion kann er umgehen, ohne endgültige Antworten finden zu müssen. Er versteht widersprechende Welterklärungsmodelle aus ihrer Geschichte heraus und schätzt die Meinungs- und Glaubensfreiheit als ein teuer erkämpftes Gut, als Kern der persönlichen Freiheit. Er billigt das individuelle Streben nach Glück, solange andere Individuen dadurch nicht beeinträchtigt werden. Aus der Geschichte heraus weiß er auch, dass dogmatische Wahrheit und autokratische Herrschaftsansprüche zu verabscheuen sind, weil sie die Freiheit einschränken und eine gedeihliche Entwicklung der Gesellschaft behindern.</p>
<p>Soweit zur Theorie. <span id="more-65"></span></p>
<p>Gerade werden die Errungenschaften der Aufklärung von den Ideologien christlicher Kirchen und Sekten verschlungen. Doch es ist nicht mehr der Jahrmarkt der Religionen, auf dem man sich ungestört umsieht. Besonders fundamentalistische Gruppen unterwandern die Gesellschaft, geben sich sozial engagiert und friedfertig, und greifen doch nach den Seelen und nach der Macht. Dabei beschränken sie sich nicht auf Angebote an mündige Erwachsene. Sie verteilen Süßigkeiten auf Schulhöfen und bieten Freizeitprogramme für Kinder in Problemvierteln. Es werden sogar eigene Kindergärten gegründet, besser ausgestattet und genauso günstig wie städtische Einrichtungen, um frühestmöglichen Zugriff auf die Seelen zu haben. Das nenne ich Seelenfängerei.</p>
<p>Aus ihrem persönlichen Glauben leiten diese Menschen ab, andere bekehren zu müssen. Sie berufen sich auf den Missionsbefehl des Mattäus-Evangeliums, bedienen sich zur effizienten Umsetzung desselben aber ganz weltlicher Mittel. Wer jetzt bereits an die seltsamen Auswüchse von Religiosität in den USA denkt, ist durchaus auf dem richtigen Weg. Insbesondere protestantische Freikirchen, die der evangelikalen Richtung zuzurechnen sind, schulen ihre Führungskräfte dort und unterstehen vielfach amerikanischen Dachorganisationen.</p>
<p>Ich will in den nächsten Wochen versuchen, Strukturen und Hintergründe der evangelikalen Gruppen zu beleuchten und mich kritisch mit ihrer Tätigkeit hier in Dresden auseinanderzusetzen.</p>
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		<title>Glücksfall Finanzkrise</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/02/glucksfall-finanzkrise/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 13:19:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[große weite Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[These: Die negativen Auswirkungen der Finanzkrise sind in der öffentlichen Meinung überrepräsentiert. Tonangebend sind hierzulande bürgerliche Medien, wozu auch immer sie sich selbst bekennen mögen. Es gibt kein Massenmedium der Arbeiterklasse. In die anklingende Verachtung mischt sich nun dezente Schadenfreude, denn die bürgerliche Zielgruppe hat anlässlich der Finanzkrise ihre Schäfchen nicht ins Trockene, sondern geradewegs [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>These: Die negativen Auswirkungen der Finanzkrise sind in der öffentlichen Meinung überrepräsentiert. Tonangebend sind hierzulande bürgerliche Medien, wozu auch immer sie sich selbst bekennen mögen. Es gibt kein Massenmedium der Arbeiterklasse. In die anklingende Verachtung mischt sich nun dezente Schadenfreude, denn die bürgerliche Zielgruppe hat anlässlich der Finanzkrise ihre Schäfchen nicht ins Trockene, sondern geradewegs zum Abdecker gebracht. Nun ist das Theater groß. Man tut überrascht, dass die jahrelange Völlerei nun plötzlich zum Herzinfarkt führte.<span id="more-48"></span></p>
<p>Deshalb sollen die positiven Auswirkungen der Krise nicht unberücksichtigt bleiben:</p>
<ul>
<li>Es herrscht Gerechtigkeit. Nicht länger heißt es: <em>&#8220;Wer hat, dem wird gegeben.&#8221;</em> Sondern: <em>&#8220;Wer hat, dem wird genommen.&#8221;</em> Egalitarismus dieser Art findet meine volle Zustimmung.</li>
<li>Gutes tun zum Nulltarif: Wie können wir es uns eigentlich erlauben, einen 500 Milliarden Euro großen Rettungsschirm zu spannen, bei der aktuellen Verschuldung (über 1,5 Billionen Euro)? Da die in die Bredouille geratenen Geschäftsbanken Hauptgläubiger unserer Staatsverschuldung sind, können wir denen sowieso das Blaue vom Himmel versprechen: Entweder müssen wir uns das Rettungspaket von ihnen selbst borgen, oder wir machen Auslandsschulden und zahlen damit Staatsschulden im Inland zurück. Beides bleibt für den Bundeshaushalt ein Nullsummenspiel, das die ganzen Sorgenfalten der Politiker und Experten nicht rechtfertigt.</li>
<li>Die Lasten des Aufbaus Ost werden durch den Abbau West gemindert. Die versprochene Angleichung des Lebensniveaus in Ost und West könnte schneller als gedacht eintreten, wenngleich auf überraschende Weise. Die rasante Balkanisierung westdeutscher Industriestandorte bringt uns näher zusammen und schon bald können wir gemeinsam ins deutsche Klagelied einstimmen.</li>
</ul>
<p>Sogar ein Abbau der Staatsverschuldung erscheint dank der Krise möglich. Werden Banken verstaatlicht (sicher die HRE, möglicherweise auch die Commerzbank), kommt der Staat auch in den Genuss der Aktiva, inklusive der Forderungen gegen die Bund, Länder und Gemeinden. Einige Milliarden sollten sich so ausbuchen lassen.</p>
<p>Bleibt nur die Frage zu klären, was mit den ganzen faulen Wertpapieren passieren soll, derentwegen die Geldinstitute das Zeitliche segnen. Auch dafür habe ich schon eine Idee: Wie wärs mit einer Versteigerung an private Investoren? Da lässt sich gewiss mehr erlösen, als wenn man die Papiere wieder auf den dahinsiechenden internationalen Kapitalmarkt wirft.</p>
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		<title>Bürgerlicher Salonjournalismus</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/02/burgerlicher-salonjournalismus/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Feb 2009 10:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus für zoomer.de &#8211; Ende Februar ist Schluss mit dem jugendlich-farbenfrohen News-Portal. Die prominente Unterstützung durch (Mitherausgeber) Ulrich Wickert hat nichts geholfen. Die angeblich schlecht informierte Zielgruppe hatte wohl besseres zu tun, als sich an der Erschaffung nutzerzentrierten Qualitätsjournalismus&#8217; zu beteiligen. Die Häme lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Blogger-Urgestein Don Alphonso lässt sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus für <a href="http://www.zoomer.de">zoomer.de</a> &#8211; Ende Februar ist Schluss mit dem jugendlich-farbenfrohen News-Portal. Die prominente Unterstützung durch (Mitherausgeber) Ulrich Wickert hat nichts geholfen. Die angeblich schlecht informierte Zielgruppe hatte wohl besseres zu tun, als sich an der Erschaffung nutzerzentrierten Qualitätsjournalismus&#8217; zu beteiligen.<span id="more-54"></span></p>
<p>Die Häme lässt natürlich nicht lange auf sich warten. Blogger-Urgestein <a href="http://blogbar.de/archiv/2009/02/09/holtzbrinck-lugen-haben-kurze-zoomer-beine/">Don Alphonso</a> lässt sich genüsslich über das verdiente Ende des &#8220;Trashportals&#8221; aus. In einem muss ich ihm recht geben: Die 14-30jährigen haben besseres verdient. Ob es deshalb gerecht war, das die Marktkräfte ungeniert wüten durften, sei dahingestellt. Diese Art von Laissez-faire befürwortet die schließliche Alleinherrschaft großer Akteure, was im Zeitalter des Internets ja gerade überwunden scheint. Was bliebe, wäre der bürgerliche Salonjournalismus der etablierten Medien, wie der ARD oder der FAZ. Die intellektuelle Elite dozierte von oben herab &#8211; gleichsam aus den bildungsbürgerlichen Salons der 1920er Jahre &#8211; und nähme die Meinungsführerschaft für sich in Anspruch.</p>
<p>Es bleibt zu hoffen, dass bei Holtzbrinck statt der Juristen und Betriebswirte mal wieder die Journalisten das Geld in die Hand bekommen. Die verstehen wenigstens was davon und lassen nicht ein ehrgeiziges Projekt nach dem anderen an den Baum fahren.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die ewig Vorgestrigen</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/02/die-ewig-vorgestrigen/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Feb 2009 12:46:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ideologie und Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich sind Zeitreisen möglich! Zu dieser unglaublichen Neuerung konnte eigentlich nur einer befähigt sein. Einer, der Kraft seines Amtes und seiner Person näher am großen Weltbeweger dran ist als wir Sterblichen &#8211; der Papst. Mit der Wiederaufnahme einiger extrem reaktionärer Bischöfe in die katholische Kirche macht er es möglich: Die Ideale längst (und zu Recht) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich sind Zeitreisen möglich! Zu dieser unglaublichen Neuerung konnte eigentlich nur einer befähigt sein. Einer, der Kraft seines Amtes und seiner Person näher am großen Weltbeweger dran ist als wir Sterblichen &#8211; der Papst. Mit der Wiederaufnahme einiger extrem reaktionärer Bischöfe in die katholische Kirche macht er es möglich: Die Ideale längst (und zu Recht) vergangener Zeiten leben wieder auf. Messe auf Latein? Bittesehr. Juden als Ziel von Bekehrung? Gerne doch. Christen als Leugner des Holocaust? Sofort.<span id="more-42"></span></p>
<p>Ich glaubte stets, die Einheit der Gemeinde sei den Katholiken ein hohes Gut. Nun muss man damit leben, dass der oberste Hirte die Herde ins Gestern führt. Oder ins Vorgestern. Rückwärts jedenfalls. Mehrere Ideen hätte ich, warum das passiert:</p>
<ul>
<li>Die Kirche will sich endlich zu einer demokratischen Institution wandeln und setzt deshalb ein besonders kontroverses Thema auf die Agenda. Die Unfehlbarkeit des Papstes kommt durch Anscheinsbeweis zu Fall, die Gläubigen selbst befinden in kollektiver Weisheit über den künftigen Kurs der Mutter Kirche.</li>
<li>Der Papst befürchtet die Überfremdung der Kirche durch rasante Vermehrung der Katholiken in Entwicklungsländern. Die Verharmlosung des Genozids im Dritten Reich ist eine subtile Drohung,  sich still und unauffällig zu verhalten.</li>
<li>Der katholische Glaube soll unser festes moralisches Fundament sein, wenn in Kürze der Kampf der Kulturen auf der Straße ausgetragen wird und wir uns gegen Heerscharen radikaler Muselmanen zur Wehr setzen müssen. Der Papst erinnert uns an Zeiten nationaler Stärke, um für den Endkampf &#8220;Gut gegen Böse&#8221; a.k.a. &#8220;Christen gegen Moslems&#8221; gerüstet zu sein.</li>
<li>Der Papst ist ein seniler alter Tattergreis, dessen rasch fortschreitende Demenz in keinem Verhältnis zu seiner Position und seinem Einfluss steht. Sofort zurücktreten und einem geistesklaren Nachfolger Platz machen!</li>
</ul>
<p>Die Wahl zwischen diesen Alternativen überlasse ich dem Leser, und dienötigen Schritte mögen die Gläubigen selbst ergreifen. Für Zweifelnde und Zögerliche lohnt vielleicht der Blick auf andere Institutionen, die von Umnachtung befallen, Opfer der eigenen Unfähigkeit wurden: Das Amt für Staatssicherheit der DDR löste sich rechtzeitig selbst auf, um seinen Mitarbeitern gerade noch ein Untertauchen in der Zivilgesellschaft zu ermöglichen. Nur Mut, in ein paar Jahren fragt niemand mehr, ob dieser oder jener früher mal Katholik war!</p>
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		<title>Lehrerstreik in Sachsen</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2009/02/lehrerstreik-in-sachsen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 15:53:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Leben in der Zone]]></category>

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		<description><![CDATA[Ach, diese Ärmsten! Man hat ja Mitleid mit den Streikenden. Im Allgemeinen. Bedrohte Arbeitsplätze, Hungerlohn, Ausbeutung. Wenn der Kapitalismus seine grässlichste Fratze zeigt, dann ruft der aufgeklärte Arbeitnehmer von heute zum Streik. So auch die Lehrer, die auf ihr elendes Dasein dieser Tage aufmerksam machen wollen. Ich kann gut verstehen, dass es an der Arbeit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ach, diese Ärmsten! Man hat ja <a href="http://slv-online.de/" target="_blank">Mitleid mit den Streikenden</a>. Im Allgemeinen. Bedrohte Arbeitsplätze, Hungerlohn, Ausbeutung. Wenn der Kapitalismus seine grässlichste Fratze zeigt, dann ruft der aufgeklärte Arbeitnehmer von heute zum Streik. So auch die Lehrer, die auf ihr elendes Dasein dieser Tage aufmerksam machen wollen.<span id="more-23"></span></p>
<p>Ich kann gut verstehen, dass es an der Arbeit des Lehrers einiges auszusetzen gibt. Die Schulen sind &#8211; zumal im Osten &#8211; schäbigst ausgestattet. Das Inventar stammt zur Hälfte aus DDR-, zur anderen Hälfte aus Vorkriegszeiten. Düster und trist umfängt das Schulhaus den Besucher. Gänzlich unbeeindruckt davon brüllen unerzogene Bälger durchs Areal. Wer wollte so seinen Alltag fristen? Da können die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/TV-L#Entgelttabelle_.28Ost.29" target="_blank">knapp 4000 Euro</a>, mit denen man ausgebildete DDR-Lehrer mindestens abspeist, kaum ein Trost sein. Nun sollen geringe Klassenstärken auch noch Anlass sein, Schulen zu schließen. Unverschämt, droht dem Pädagogen doch nun ein verlängerter Arbeitsweg von 20 oder 30 Minuten. Und am Ende bedroht man die überarbeitete Geisteselite noch mit verkürzter Arbeitszeit. Eine wahre Unverfrorenheit, zumal man die geliebte Lebensaufgabe schon andauernd wegen <a href="http://www.schulferien.org/Sachsen/sachsen.html" target="_blank">dieser Schulferien</a> ruhen lassen muss.</p>
<p>Ich kann mir kaum ausmalen, wie öde und bedrückend die Arbeit eines Lehrers sein muss. Daher haben die Streikenden meine volle Unterstützung. Sogar bin ich geneigt zu sagen: Unbefristeter Ausstand, sofort! Das bisschen Unterricht mache ich selbst zu Hause besser. Und dank der schlechten Arbeitsmarktlage für Akademiker im Osten habe ich sowieso gerade nichts anderes zu tun. (Ja, ich weiß: Es gibt wenige arbeitslose Akademiker in Sachsen. Warum? Weil alle arbeitslosen in den Westen gehen. Das bringt Arbeit, Geld und eine saubere Statistik.)</p>
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		<title>Die Totengräberschule</title>
		<link>http://www.terrorfront.org/2008/04/die-totengraberschule/</link>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 13:33:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Lutz</dc:creator>
				<category><![CDATA[große weite Welt]]></category>

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		<description><![CDATA[Es kommt wohl eher selten vor, dass eine ganze Nation mit solchem Eifer und solcher Nachhaltigkeit ihr eigenes Grab schaufelt, wie dies gegenwärtig in Deutschland der Fall ist. Die Ergebnisse mögen sich nur schleichend einstellen, dafür werden sie umso endgültiger sein. Die Rede ist von der Ausbildung chinesischer Akademiker an deutschen Universitäten. Mancher Leser wird [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es kommt wohl eher selten vor, dass eine ganze Nation mit solchem Eifer und solcher Nachhaltigkeit ihr eigenes Grab schaufelt, wie dies gegenwärtig in Deutschland der Fall ist. Die Ergebnisse mögen sich nur schleichend einstellen, dafür werden sie umso endgültiger sein. Die Rede ist von der Ausbildung chinesischer Akademiker an deutschen Universitäten.<span id="more-21"></span></p>
<p>Mancher Leser wird über eigene Erfahrungen verfügen, wie sich das Studium an einer deutschen Universität derzeit anfühlt. Sofern sich die Erfahrungen auf natur- oder ingenieurwissenschaftliche Fächer erstrecken, dürfte der Anblick von Heerscharen chinesischer Studenten vertraut sein. 25000 chinesische Studenten waren 2005 in Deutschland <a href="http://www.fmprc.gov.cn/ce/cede/det/jj/t217824.htm">immatrikuliert</a> und bildeten damit die größte Gruppe ausländischer Studenten hier. Diese bevölkern meist die ersten Reihen in den Hörsälen (dort bekommt man am meisten mit), sitzen am längsten abends in der Bibliothek und zeichnen sich auch sonst durch Sparsamkeit und Studieneifer aus, wie man es von einheimischen Studenten kaum mehr gewohnt ist. Und weil sich auch eine Universität solche Studenten nur wünschen kann, lockt man sie mit einem <a href="http://tu-dresden.de/internationales/auslstud/planning_your_course_of_studies/Semesterbeitrag">kostenlosen Studium</a> nach Deutschland. Nach ein paar Jahren eifrigen Lernens und zugehöriger Praktika gehen dann die Studenten in ihre Heimatländer zurück und steigen dort ins Berufsleben und die Weiterbildung ihrer Landsleute ein.</p>
<p>Man muss sich das mal vor Augen halten: Deutschland als Exportnation steht in starker Konkurrenz zu China, das zu einem Bruchteil unserer Lohnkosten produziert. Was wir den Chinesen voraus haben, ist Einfallsreichtum und Erfahrung. Kann es da eine gute Idee sein, diese Länder aufzumunitionieren und dazu zu befähigen unsere heimische Wirtschaft noch effizienter zu schädigen als es bisher schon erfolgt?</p>
<p>So dumm kann wirklich kein Staat sein, dass er seine eigenen Totengräber ausbildet. Die öffentlichen Mittel finanzieren die Ausbildung an den Universitäten und die Unternehmen holen sich den Feind höchstpersönlich als Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden ins Haus. Dann muss man sich natürlich nicht wundern, wenn die mühsam entwickelten Produkte baugleich und zum Bruchteil des Preises aus China den Weltmarkt überschwemmen. Von ein paar heimlich geknipsten Bildern auf Industriemessen wäre so etwas nicht möglich.</p>
<p>Es sei jedem Studenten, jedem verantwortungsvollen Unternehmer, jedem Universitätsrektor und überhaupt jedem engagierten Bürger geraten, diesem fatalen Treiben ein Ende zu bereiten. Raus mit den Chinesen aus deutschen Universitäten und Unternehmen! Für unseren Niedergang sorgen wir schon alleine, dazu braucht es keine Fachkräfte aus Fernost.</p>
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